Warum Reiho so wichtig ist

Die Etikette („Reihō“ 礼法 im Japanischen) steht oft am Anfang des langen Weges eines Budō-Trainings. So viele Unterschiede es im Absitzen in Seiza, in der Art und Weise wie ein Schwert zu behandeln, oder wie sich im Dōjō zu verhalten ist gibt: Sie alle entstammen einer Sammlung von Vorschriften wie sich die Bushi zu verhalten, zu geben und zu bewegen hatten.

Im Iaidō-Training prägen viele dieser Vorschriften die Waza (Formen), denen wir uns in jedem Training widmen: Wie zu stehen ist, zu gehen, wie die Füße zu setzen sind, wie eine andere Richtung einzuschlagen ist, wie das Schwert zu behandeln ist usw. Darauf bauen die Techniken der jeweiligen Kampfkunst auf. Und wer bereits von seinen Lehrern mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht wurde, daß die Trainingskleidung zu pflegen und richtig zusammen zu legen sei, wird durch diesen Beitrag hoffentlich verstehen, warum Etikette ein wichtiger Teil des Budō-Trainings ist. Reihō ist also kein überflüssiger Traditions-Schnick-Schnack, sondern die Grundlage der Verkörperlichung der Budō-Idee.

Auch wenn die o.e. Unterschiede Teil einer Entwicklung bis in die Gegenwart hinein sind, so lässt sich einer ihrer Ursprünge im Ogasawararyū (小笠原流) finden. Diese Schule hatte ihre Blütezeit in der Muromachi-Periode Japans (etwa 1336 bis1573), als sie am Hof des Ashikaga-Bakufu als offizielles Hofzeremoniell eingeführt wurde und von da an das Verhalten der Bushi bei Hofe bestimmte.

Einen Einblick in die Aspekte des Ogasawararyū geben die folgenden Videos:

(Das oben verlinkte Video ist direkt hier zu sehen: https://youtu.be/GCvK2CseMq8

Mehr zum Ogasawararyū im englischsprachigen Wikipedia.